Come Back Strudel

Lange ist es her, dass ich geschrieben habe. In meinem Leben hat sich so viel getan und es war so viel zu tun, dass ich gar keine Zeit mehr für den Blog übrig hatte. Nun sollte es aber eine umfassende Erneuerung geben: Layout, Inhalt und Ausrichtung. Ich plane mehr und größere Bilder, Faktenwissen zu den einzelnen Zutaten sowie Kulturartikel einzubauen.

Den Anfang macht ein Strudel.

Strudel ist kaum einem Nichtösterreicher bekannt, wie ich annehme. Palatschinken existieren in Deutschland als Pfannkuchen, in Amerika als pancake und in Frankreich als crêpe und galette. Auch wenn die Zubereitung dann doch variiert und für einige Verwirrung sorgt, weckt der Begriff zumindest eine Assoziation. Nicht so der Strudel. In keine Sprache wurde er übersetzt, weder internationale Foodblogs noch Kochbücher feiern seine Entdeckung als nationale Spezialität. Einzig in Österreichs Kaffeehäusern werden süße Varianten wie Apfelstrudel Amerikanern “apple strudel” schmackhaft gemacht.

Doch welcher Tourist kennt ihn auch pikant? Meine Familie jedenfalls zelebriert die Tradition des guten Schinkenstrudels. In Anlehnung an den Schinken-Käse-Toast wird die Blätterteighülle mit Hartkäsequadraten, Schinkenstreifen und Paradeiserringen ausstaffiert. Strikte Gourmets werden beim Wort TK-Blätterteig wohl hochnäsig die Nase rümpfen, allerdings ist es unter Zeitdruck eine angenehme Möglichkeit, die akzeptabel schmeckt. Der pikante Strudel ist ein heiß geliebtes Gericht aus Kindheitstagen, das voraussichtlich mehr als die bisherigen 3 Generationen meiner Familie überdauern wird.

Bei dem vorliegenden Rezept

… handelt es sich um einen Mangoldstrudel. Das Grün harmoniert köstlich mit weißem Schafkäse und roten sonnengetrockneten Paradeisern.   Sogar der Teig ist selbstgeknetet anstatt fertig aus dem Supermarkt.  Befolgt habe ich hierfür über weite Strecken ein Rezept des derzeit populären Kochs Ottolenghi. Yotam Ottolenghi hat israelische Wurzeln und besitzt zahlreiche Lokale in London, darunter das Sterberestaurant NOPI. Während eines Aufenthalts in Oxfords habe ich mir das “NOPI”-Kochbuch zugelegt. Darin finden sich anspruchsvolle und zugleich äußerst spannende Rezepte für kulinarische Liebhaber. Für Hobbyköche, die es einfacher und schneller in der Küche zugehen soll, hat Ottolenghi vegetarische Kochbücher und eines zur Küche Jerusalems verfasst. Viele Salate, Gemüsebeilagen und -hauptgerichte mit gewagt-gelungenen Kombinationen haben mich überzeugt. Das vorliegende Rezept ist von “Vegetarische Köstlichkeiten” inspiriert. Die Mühe für den Strudelteig lohnt sich! Knusprige Teigkruste mit Mohnkörnern, zartes Mangold, geschmolzener Käse vom Schaf und würziges Kräuterpesto, das Gesamtkonzept abgerundet mit wohlschmeckenden Paradeisern aus Italien. Ein Rezept zum Verlieben, das überraschend kurze Zeit in Anspruch nimmt, vom Teig abgesehen. Doch selbst letzterer benötigt wenig Handgriffe und ist wohl einer der unkompliziertesten Germteige, der mir je untergekommen ist. Alternativ zu diesem vegetarischen Mangoldstrudel kann man natürlich deftig auf Speck, Zwiebel und Creme Fraîche zurückgreifen. Das entspricht dann dem klassischen Flammkuchenbelag. Auch die Quiche Lorraine verwendet eine ähnliche Geschmackskombination. Im Herbst eignen sich Kürbis und Rauke wunderbar, vielleicht mit Kürbiskernöl beträufelt. Zu dieser Version hier habe ich Schnittlauchsauce, aus Joghurt und Zitrone, serviert. Mein Bruder durfte außerdem Ketchup –  das scharfe wie gewöhnlich –  mitessen. Bei uns herrschen strikte Ketchup-Regeln: Nur zu Steak, Lamm und Strudel darf es genossen werden, sonst nicht. Ich persönlich bevorzuge mittlerweile jedoch andere Würzsaucen. Jedenfalls wünsche ich guten Appetit!

 

Mangoldstrudel

Die Teigmenge ist für mehr als einen Strudel ausgelegt.

Ingredients

  • Teig
  • 160 ml Milch
  • 20 g frische Germ
  • 400 g Weizenmehl: Universal, 50 g Vollkorn
  • 50 ml Öl, geschmacksneutral
  • 1 EL Staubzucker
  • 1 Prise Salz
  • Füllung
  • Crème Fraîche/Schaffrischkäse
  • Pesto nach Wahl
  • Mangold
  • 1 Handvoll Getrocknete Tomaten
  • 1 1/2 Handvoll geriebener Pecorino
  • Salz, Pfeffer, frische Kräuter

Instructions

  1. Teig
  2. Milch erwärmen und Germ darin auflösen (ca. 10 min. Wartezeit). Währenddessen Mehl, Eier, Öl, Zucker und Salz in der Küchenmaschine verrühren. Milch hinzugeben und mit den Händen kneten bzw. mit einem Knethaken.
  3. 45 min. zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, danach zu einem Rechteck auswalken, auf mit Backpapier bedecktes Blech legen und weitere 30 min. warten
  4. Füllung
  5. Das Rohr auf 180 Grad vorheizen.
  6. Nachdem der Teig genug gerastet hat, zuerst ein streichfähiges Milchprodukt wie Crème Fraîche oder Frischkäse großflächig verteilen. Ein wenig Pesto kommt ebenfalls darauf.
  7. Nun geschnittenes Mangold, getrocknete Tomaten und ?eventuell noch weiteres Gemüse darauf verteilen. ?Frisch geriebenen Pecorino darüber streuen. ?Abschließend würzen.
  8. Für ca. 35 min. ins Rohr schieben. Warm oder kalt genießen.
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